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Veranstaltungen der DTRG Paderborn

Reisen:

Kommen sie mit uns nach Rumänien und erleben Sie die Geschichte und den Aufbruch in die Zukunft eines jungen EU-Mitglieds. Sie sind inte­res­siert? Dann nehmen Sie Kontakt auf mit der Deutsch-Rumä­nischen Gesellschaft Paderborn oder direkt beim Veranstalter.

 

Galerie bisheriger Veranstaltungen:

 

Die Regionalstile in der rumänischen Volksmusik

Referent Prof. Dr. Thede Kahl

Vortrag am  29.November 2018, VHS Paderborn

Die Traditionen spielen bei den Menschen in Rumänien auch heute eine große Rolle. Dies gilt auch für die Volksmusik. Sie ist beeinflusst von den verschie-denen Ethnien, die in diesem Raum seit vielen Jahrhunderten dort leben und gelebt haben, wie z.B. Bulgaren, Türken, Griechen oder Roma. Die traditionelle Musik wurde lange Zeit nur mündlich überliefert. Schrift-liche Aufzeichnungen gibt es ab dem 15. Jahrhundert. Die Instrumente spielen überwiegend Männer, die Frauen übernehmen die Begleitinstrumente und den Gesang.

In den traditionellen Musikensembles spielen die Panflöte und die Geige eine wichtige Rolle. Auch finden sich in der Musik neben den sogenannten symmet-rischen auch asymmetrische Taktarten. Die volkstümlichen Melodien werden häufig gespielt von Musikgruppen der Roma.

Der Referent, Professor Dr. Thede Kahl, führte die Teilnehmer in erfrischender Weise mit Bild- und Videobeispielen in das interessante Gebiet ein.

Sommeruniversität "Siebenbürgen"

9. - 16.September 2018

Siebenbürgen oder Transsilvanien ist ein Landesteil in der Mitte Rumäniens. Die ersten deutschen Siedler kamen schon im 12.Jahrhundert in dieses Gebiet, weil der ungarische König sie rief, um das Land zu bewirtschaften und gegen Überfälle zu schützen. Dies gelang im Laufe der Jahrhunderte mit unterschied-lichem Erfolg, aber die Siebenbürger verstanden es trotzdem das Land wirt-schaftlich, politisch und kulturell erfolgreich zu entwickeln.

Es war deshalb die Absicht der Organisatoren mit einer Sommeruniversität „Siebenbürgen“ mehr von der Region kennenzulernen, als nur, quasi auf der Durchfahrt, Kirchenburgen zu besichtigen. Auch wenn sie im Mittelalter eine wichtige Rolle im Leben der Siebenbürger Sachsen spielten, nämlich Schutz der Bevölkerung  vor Überfällen aus dem Osten(Tataren) und Süden(Osmanen) des Landes, so hat diese Region nach einer über achthundertjährigen Geschichte viel mehr zu bieten.

So war ein Vortrag über die Geschichte Siebenbürgens für die Teilnehmer ein wichtiger Blick in die Vergangenheit und sie erhielten Informationen über ver-schiedenen Bereiche, wie Kultur, Kirche, Wirtschaft und Politik. Sie erfuhren von herausragenden Persönlichkeiten, wie Honterus, Brukenthal, Teutsch, und deren fortschrittlichen humanistischen Ideen. Die Teilnehmer waren überrascht, dass schon im Mittelalter moderne gesellschaftliche Entwicklungen begannen, wie die Schule für alle.

Die Teilnehmer staunten über das jahrhundertlange unproblematische Zusam-menleben der vielen Minderheiten untereinander und mit der Mehrheitsbevöl-kerung im Land.

In verschiedenen Vorträgen wurde die rumäniendeutsche Literatur vorgestellt. Beispielhaft las der bekannte siebenbürgische Schriftsteller Joachim Wittstock aus seinen Werken und stellte sich anschließend der Diskussion. Weitere Vor-träge über die rumäniendeutsche Sprache, das Leben der Romas und zur poli-tischen Situation in Rumänien rundeten den Vortragsteil ab.

In verschiedenen Exkursionen lernten die Teilnehmer die nähere und weitere Umgebung von Hermannstadt sowie das Burzenland kennen. Das Brukenthal-museum, das Landeskirchliche Museum sowie einige Kirchenburgen und das Dracula-Schloss Bran durften dabei nicht fehlen. Nicht zu vergessen sind die verschiedenen Restaurantbesuche zum Kennenlernen der siebenbürgischen Küche. Ein Vorgeschmack auf die europäische Region der Gastronomie 2019 für die Hermannstadt ausgewählt wurde.

Für die sehr zufriedenen Teilnehmer ging eine interessante Woche zu Ende. Sie versprachen wiederzukommen. Die Deutsch-Rumänische Gesellschaft Pader-born(DTRG) und die Lucian Blaga Universität Hermannstadt planen für das zweite Halbjahr 2019 eine neue Sommeruniversität. Interessenten können sich bei der DTRG (dtrg.pb@t-online.de) melden.

Banat -
deutsches Siedlungsgebiet in Rumänien

Referent: Martin Rill

Vortrag am 29.Juni 2018, VHS Paderborn

Immer wieder ist das Gebiet des heutigen Rumänien Ziel der deutschen Ostwanderung gewesen. Vom 12. bis ins 19. Jahrhundert hinein wanderten Bauern, Handwerker und Händler, Geistliche und Künstler in mehreren Wellen aus dem gesamten deutschen Sprachraum ins Karpatenbecken. Sie kamen nicht als Eroberer, sondern wurden von den Landesherren gerufen, um steuerkräftige Untertanen, Wächter der Grenzen und eine westlich geprägte Lebensweise in dem spärlich besiedelten Gebiet zu schaffen. Als Kolonisatoren beteiligten sich die Deutschen am Landes-ausbau, aber auch an der Gestaltung der Städtelandschaft. Auf kulturellem Gebiet leisteten die Siedler einen unverwechselbaren Beitrag. Ob in Kunst und Kultur, in Gewerbe oder Rechtsordnung - über weite Strecken ist im heutigen Rumänien der deutsche Einfluss sicht- und spürbar. Schwerpunkt des Vortrags wird diesmal die Region Banat sein.

Vlad III. Drăculea -
Mythos und Realität

Referent:  Albert Weber

Vortrag am 23.Januar 2018, VHS Paderborn

Vlad "Ţepeş" Drăculea (1431-1476) ist eine der bekanntesten Gestalten aus dem spätmittelalterlichen Südosteuropa. Als Vorlage für Bram Stokers Vampirgrafen „Dracula“ erlangte er 1897 Weltberühmtheit. Seit dem Best-seller „In Search of Dracula“ von Raymond McNally und Radu Florescu wurde man 1972 auch auf die historische Figur aufmerksam: Demnach versuchte der Woiwode der Walachei nach orientalischem Vorbild eine autoritäre Herrschaft zu etablieren und einen Kreuzzug gegen das Osmanische Reich zu führen. Wegen seiner bevorzugten Hinrichtungs-methode erhielt er von Rumänen und Osmanen den Spitznamen „der Pfähler“. Westeuropäische Chronisten und Verleger von Gruselgeschichten sorgten unter dem Eindruck der Türkengefahr bis zum ausgehenden 17. Jahrhundert für die Verbreitung des Bildes eines grausamen Tyran-nen.Vlad "Ţepeş" Drăculea (1431-1476) ist eine der bekanntesten Gestalten aus dem spätmittelalterlichen Südosteuropa. Als Vorlage für Bram Stokers Vampirgrafen „Dracula“ erlangte er 1897 Weltbe-rühmtheit. Seit dem Bestseller „In Search of Dracula“ von Raymond McNally und Radu Florescu wurde man 1972 auch auf die historische Figur aufmerk-sam: Demnach versuchte der Woiwode der Walachei nach orientalischem Vorbild eine autoritäre Herrschaft zu etablieren und einen Kreuzzug gegen das Osmanische Reich zu führen. Wegen seiner bevorzugten Hinrich-tungsmethode erhielt er von Rumänen und Osmanen den Spitznamen „der Pfähler“. Westeuropäische Chronisten und Verleger von Gruselgeschichten sorgten unter dem Eindruck der Türkengefahr bis zum ausgehenden 17. Jahrhundert für die Verbreitung des Bildes eines grausamen Tyrannen.

Lesung mit Schriftsteller Daniel Marius Popescu

"Die Farben der Schwalbe"

in Verbindung mit dem Rumänischen Kulturinstitut Berlin

am 3.November 2017, VHS Paderborn

Zur Person Marius Daniel Popescu

Geboren 1963 in Craiova, lebt Marius Daniel Popescu bis zum 14.Lebensjahr in mehreren rumänischen Ortschaften: Craiova, Bals, Rosiorii-de-Vede und Slatina. Nach der Grundschule besucht er das Lyzeum für Forstwesen in Râmnicu-Vâlcea, und kehrt nach Bals zurück. Nach dem Militärdienst in Galati studiert er an der Hochschule für Forstwirtschaft und Forstliches Ingenieurwesen in Brasov / Kronstadt und schließt es erfolgreich ab. Dort erlebt er die „Revolution von 1989“. Anfang 1990 gründete er eine der ersten freien Zeitungen in Rumänien, die „Replica“ („Die Replik“). In Kronstadt lernt er eine Schweizerin kennen und lieben. Im August 1990 verlässt er Rumänien und folgt ihr in die Schweiz, wo sie heiraten. Als Mitglied der „Kronstädter Poesiegruppe“ („Grupul de poezie de la Brasov“), deren Mentor der Dichter und Professor Alexandru Musina war, beginnt er in der Schweiz rasch Französisch zu lernen und in dieser Sprache zu dichten. Seinen Lebensunterhalt verdient er als Busfahrer in Lausanne. 2004 gründete er die literarische Zeitschrift „Le Persil“ („Die Petersilie“), eine Plattform für junge wie für etablierte französischsprachige Schriftsteller und Übersetzer, die er auf eigene Kosten bereits zum hundertvierzigsten Mal herausgibt. Seine Bücher erhielten mehrere bedeutende Preise in der Schweizerischen Eidgenossenschaft und in Frankreich, darunter den Robert Walser – Preis (2008) und den Schweizer Literaturpreis (2012).

 

Hoher Besuch aus Hermannstadt/Rumänien in Paderborn

Eine Delegation der Bezirksverwaltung Hermannstadt/Sibiu aus Siebenbürgen mit der Präsidentin Daniela Cimpean an der Spitze be-suchte die Kreisverwaltung Paderborn. Sie wurde begrüßt von Landrat Manfred Müller.

Das Foto zeigt die Mitglieder der Delegation mit Vertretern der Paderborner Kreisverwaltung

Dieser Besuch diente in erster Linie einem Gedankenaustausch zwischen zwei Verwaltungen, die ähnliche administrative Aufgaben zu bewäl-tigen haben. Es ergaben sich bereits einige Ansatzpunkte für die Fortführung der Gespräche.

Was wollten die Römer in Rumänien?

Referent: Dr. Peter Mario Kreuter

Vortrag am 8.September 2017, VHS Paderborn

Ein guter Teil jenes Staates, den wir heute unter dem Namen „Rumänien“ kennen, gehörte zwischen 106 und 271 zum Römischen Reich. Kaiser Trajan (98-117) entschloss sich 101/102 zu einem ersten Feldzug gegen die kriegerischen Daker, doch erst die Eroberung im Jahre 106 und die Verwandlung des Landes in die Provinz Dakien sorgten endgültig für Ruhe. Die Provinz umfasste den westlichen Teil des heutigen Rumänien. Bis 235 konnte sich Dakien friedlich entwickeln; danach wurde das exponierte Territorium immer wieder Opfer von Einfällen und Plünderungen, so dass sich Kaiser Aurelian (270-275) entschloss, die Provinz aufzugeben und Militär wie Verwaltung gen Süden abzuziehen. Welche Ziele die Römer bei der Errichtung dieser Provinz verfolgten, wie sie dabei vorgingen, und was aus jenem „Rom nördlich der Donau“ nach dem Ende des Römischen Reiches wurde, wurde in diesem Vortrag beleuchtet.

 

Kirchenburgen in Siebenbürgen

Ausstellung

Eröffnung der Ausstellung

Kurzinfo zur Ausstellung "Kirchenburgen in Siebenbürgen"

(16.3. - 31.3.2017 Kreishaus Paderborn)

 

Die Kirchenburgen allgemein und besonders in Siebenbürgen sind ein historisches Zeugnis von unruhigen und kriegerischen Zeiten. So ist die Häufigkeit der Kirchenburgen in Siebenbürgen ungewöhnlich hoch im Vergleich zu anderen Regionen. Sie waren ein Mittel gegen die zahlreichen Überfälle auf die dortigen Siedler, die der ungarische König Geisa im 12.Jhd. in diese Region holte, um die Grenzen des Königreiches zu schützen, zu besiedeln und wirtschaftlich zu entwickeln. Aufgrund der vorzüglichen Bedingungen(für die damalige Zeit!), die der König anbot, kamen viele Bauern und Handwerker aus den heutigen Gebieten Pfalz, Luxemburg und Flamen in das Land „hinter den Wäldern“, nach Transsilvanien.

Leider konnten die dortigen Siedler nicht immer ihrem friedlichen Leben und Ihrer Arbeit nachgehen, weil andere Ethnien(Mongolen, Osmanen) und Räuberbanden ihre Dörfer überfielen. Zum Überleben brauchten sie einen Schutz, der ihnen zumindest das Überleben sicherte. Da die vorhandenen Kirchen aus Stein gebaut waren, im Gegensatz zu den eigen Hütten, kamen sie auf die Idee die Kirchenmauern und –türme zu verstärken sowie um die Kirchen Ringmauern zu errichten. Dorthin flüchteten sich dann die Siedler bei Überfällen. So wurden die Kirchen zu Wehrkirchen und Kirchenburgen, die von den Feinden nicht oder nur schwer erstürmt werden konnten (Kirchenburg Tartlau überstand mehr als fünfzig Angriffe ohne erstürmt zu werden).

Erst im 18.Jhd. verloren sie ihren Schutzzweck.

Die Ausstellung zeigt verschiedene Kirchenburgen, auch diejenigen, die zum Weltkulturerbe erklärt wurden, mit den Orten sowie anderen bedeutenden Objekten, wie Altäre, Statuen, Bildern etc.

Die Klöster der Bukowina(Rumänien)

Referent: Martin Rill

Vortrag am 20.Januar 2017, VHS Paderborn

Die Klöster der Bukowina

Im Mittelpunkt des Vortrages stand die Region Bukowina, die vielfach als ein Europa im Kleinen bezeichnet wird und deren Bewohner bewiesen haben, dass ein echtes europäisches Zusammenleben möglich ist. Geprägt von Zeugnissen frühester Menschheitskultur, erlebte die Region zahlreiche Um- und Aufbrüche und wagten die Bewohner immer wieder einen Neuanfang. Entstanden ist dabei eine Kulturlandschaft von besonderer Prägung. Östliche und westliche Kultureinflüsse sind hier ebenso selbstverständlich wie zahlreiche historische Spuren, die das Land geprägt haben und bis heute prägen. Bezaubernde Landschaften wechseln sich ab mit kunsthistorisch bedeutenden Zeugnissen. Die Bukowina gehört in Rumänien zu jenen Regionen, die wirtschaftlich und kulturell vor allem in den letzten Jahren einen bedeutenden Aufschwung erlebt haben.

 

Der Vorsitzende der Deutsch-Rumänischen Gesellschaft Paderborn, Dr. Günter Lobin, begrüßte am 5.Mai 2016 in Hermannstadt/Sibiu eine Reisegruppe des Deutsch-Ungarischen Freundeskreises aus Paderborn, unter der Leitung von Margit Keikutt im Hotel Imparatul Romanilor.

Bei interessanten Gesprächen und gutem Essen verging der Abend wie im Fluge. Am nächsten Tag startete die Gruppe zu eine Reise durch Siebenbürgen/Transsilvanien.

Internationales Fest der Begegnung 2016

Dieses Fest wird jedes Jahr von der Stadt Paderborn und den ausländi- schen Vereinen in dieser Stadt durchgeführt.

Es begann mit einem iranischen Abend am Vor- tag mit einem Ausschnitt aus dem iranischen Kulturleben. Ein Vortrag über den Iran, traditionelle iranische Tänze, musikalische Darbietungen sowie traditionelle Speisen standen im Mittelpunkt.

Am nächsten Tag präsentierten sich die ausländischen Vereine mit typische Speisen ihrer Heimatländer oder informierten die zahlreichen Besucher über ihre jeweilige Tätigkeit.

Ein reichhaltiges Kulturprogramm am Brunnentheater im schönen Schloßpark begleitete die Besucher bis zum Abschluß.

Ein wiederentdeckter Schatz: Liturgische Messgewänder in der Schwarzen Kirche zu Koronstadt in Siebenbürgen

Referentin: PH Dr. Evelin Wetter, Universität Leipzig und Abegg-Stiftung Riggisberg/Schweiz

Das Wort Paramente gehört sicherlich nicht zum Alltagsgebrauch der Menschen. Dabei handelt es sich um Textilien, die im kirchlichen Leben eine Rolle spielen. Angehörigen christlicher Religionen dürften diese nicht unbekannt sein, denn diese Textilien liegen auf den Altären, werden genutzt beim Abendmahl und dienen als Bekleidung kirchlicher Würden- träger und Mitgestalter am Gottesdienst. Es sind nicht nur einfache Stoffe die verwendet werden, sondern sie sind häufig reich verziert mit Besätzen aus Gold, Silber und Seidenstickereien.

Der Vortrag befasste sich speziell mit liturgischen Messgewändern  in der Schwarzen Kirche zu Kronstadt/Rumänien, die in der Öffentlichkeit bisher unbeachtet blieben. Obwohl die Siebenbürger nach der Reformation zum Protestantismus übergingen, dienten diese Gewänder weiterhin als Be- kenntnis zum Luthertum. Die Referentin stellte verschiedene Messgewän- der vor und konnte feststellen, dass die luxoriösen Stoffe aus italienischen und osmanischen Weberzentren stammen und die Bearbeitung in italie-nischen, mitteleuropäischen sowie lokalen Werkstätten erfolgte. An den Reparaturen war die häufige Nutzung und Abnutzung der Gewänder erkennbar. Einflüsse aus Orient und Okzident sind unverkennbar. Der interessante Vortrag regt sicherlich einige Teilnehmer zur Besichtigung vor Ort an.

„Die Rolle Rumäniens in der EU und die deutsch-rumänischen Beziehungen“
Referent: Werner Hans Lauk, Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Rumänien
Vortrag am 11.Mai 2016 in Paderborn

Deutschland und Rumänien, das seit 2007 Mitglied der Europäischen Union ist, sind auf vielfältige Weise in Wirtschaft, Politik, Kultur und Gesellschaft miteinander verbunden. Deutschland ist mit über 20% wichtigster Handelspartner Rumäniens, und deutsche Unter­nehmen gehören zu den bedeutendsten Investoren in Rumänien: Jedes Fahrzeug, das in Deutschland vom Band rollt, enthält eine Vielzahl von in Rumänien produzierten Teilen. Die großen deutschen Handelsketten sind allesamt auf dem rumänischen Markt vertreten. Nicht zuletzt sind es aber über 400.000 Rumäninnen und Rumänen, die in Deutschland leben und arbeiten und einen wichtigen Beitrag zum deutschen Bruttosozialprodukt wie auch zu unseren sozialen Sicherungssystemen leisten. Gleichzeitig beherbergt Rumänien in seinen heutigen Grenzen eine über Jahrhunderte eingesessene deutsche Minderheit, deren Bedeutung auch heute noch, nach dem Wegzug Hunderttausender Angehöriger der rumäniendeutschen Minderheit nach 1989, über ihre numerische Zahl hinaus eine wichtige Rolle als kulturelles und gesellschaftliches Bindeglied zwischen Deutschland und Rumänien darstellt. Die deutsche Bundesregierung unterstützt die deutsche Minderheit u.a. z.B. durch Zuschüsse zur Alten­pflege und –versorgung sowie, insbesondere, zur Unterstützung des deutschsprachigen (Minderheiten-)Schulwesens in Rumänien.

 

Die politischen Beziehungen zu Rumänien sind intensiv, eng und vertrauensvoll; seit Dezember 2014 steht der der deutschen Minderheit entstammende Staatspräsident und frühere Hermannstädter Bürgermeister Klaus Johannis an der Spitze Rumäniens. Nicht nur in EU-Angelegenheiten, sondern auch im Hinblick auf die Zusammenarbeit in der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) findet nicht zuletzt im Blick auf die nördlichen und nordöstlichen Anrainerstaaten Rumäniens ein intensiver Meinungsaustausch statt.

Die kulturelle Zusammenarbeit und der kulturelle Austausch zwischen Deutschland und Rumänien ist intensiv. Die hohe Nachfrage nach Deutschunterricht, die große Zahl deutsch­sprachiger Studiengänge an rumänischen Universitäten, aber auch die Aktivitäten des Goethe-Instituts und der deutschen Kulturzentren in wichtigen Städten in den Regionen Rumäniens wie auch der intensive kulturelle Austausch über und mittels der deutschen Minderheit sind besondere Gütezeichen der intensiven kulturellen und gesellschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Staaten.

Nicht zuletzt die gemeinsame Anliegerschaft am großen europäischen Donau-Strom, der in Deutschland seinen Ursprung hat und sich in Rumänien ins Schwarze Meer ergießt, schafft weitere Verbindungen auf vielerlei Gebieten im Rahmen der europäischen Donauraum-Strategie.

 

Die vielfach in der westlichen Öffentlichkeit zu vernehmenden pauschalen kritischen Äußerungen zum Zustand und zur Entwicklung Rumäniens als statistisch zweitärmstes Land der Europäischen Union werden der Lebenswirklichkeit in Rumänien nicht gerecht.

Gleich­wohl braucht das Land Unterstützung, auch und gerade aus Deutschland, bei der Identifizierung valabler Projekte, etwa beim Ausbau der Transport- und Logistik-Infrastruktur, dem Bildungs- und Gesundheitswesen wie auch der öffentlichen Verwaltung. Dabei werden auch die jüngsten Erfolge, etwa im Kampf gegen die Korruption, aber auch das seit Jahren sehr erfreuliche Wirtschaftswachstum von 4,2% (Prognose 2016), Teil einer differenzierten und differenzierenden Einschätzung des Zustands, aber auch der Entwicklungen Rumäniens, als siebtgrößtem Mitgliedsland der EU und als wichtigem Partnerland Deutschlands in Südosteuropa zu würdigen sein.

Impressionen einer Rumänienreise

Referent: Alfons Schäfers, Oberstudiendirektor a.D.,

Vortrag am 8.April 2016 in Paderborn

 

Alfons Schäfers

Meine Freunde, Pastor Daniel Robb, ein gebürtiger Rumäne und Harald Kuhnigk weckten in beson­­derem Maße meine Neugier und Interesse an Rumänien; ein Land, das in den Köpfen vieler Menschen mit unklaren Vorstellungen und Vorur-teilen verbunden ist.

Mir liegt daran, in einem kurzen (!) Vortrag über Land und Geschichte Rumäniens und einem Filmbericht einer Studienfahrt die reichen Kulturgüter Siebenbürgens im Karpatenbogen, die einmalige Pracht der Bukowina-Klöster,  das Naturreservat Donaudelta und die Lebenswirklichkeit der Menschen vorzustellen und ins Bewusstsein zu rufen. Vorurteile verkehren sich in Hochachtung durch persönliche Begegnungen und Erfahrungen.

Quo vadis Gesundheitswesen in Rumänien?
Referent: Prof. Dr. Paul Jürgen Porr
Vortrag am 19. Februar 2016 in Paderborn

Quo vadis Gesundheitswesen in Rumänien?

 

Zu allererst möchte ich Herrn Prof. Günter Lobin für die Einladung, diesen Vortrag hier zu halten, ganz herzlich danken. Desgleichen möchte ich Ihnen allen, die Sie heute gekommen sind, meinen Dank aussprechen.

Wir hatten im Vorfeld mehrere Varianten durchgesprochen – ein Rumänien­vortrag mit Dias “Traumwelt der Karpaten“, ein politischer Vortrag „Rumänien heute“, aber bis zum Schluss gab es den Wunsch, etwas über das rumä- nische Gesundheitswesen zu erfahren. Es wird also ein „trockener“ Vortrag sein, d.h. ohne Bilder, aber ich hoffe, Sie werden sich trotzdem nicht zu stark langweilen.

Zuerst Einiges über die medizinische Ausbildung. Ich will nicht pro domo sprechen, aber es ist bekannt, dass die rumänischen Ärzte eine sehr gute Ausbil­dung haben. Es gibt dafür mehrere Gründe.

Zum einen, ist die rumänische Medizinschule sehr praxisorientiert, d.h. der Student darf schon im zweiten Studienjahr an den Patienten heran. Das wäre in Deutschland aus Versicherungsgründen  undenkbar. Unsere Studenten lernen also nicht nur am Phantom, sie schauen nicht nur virtuell am Monitor, was zu tun ist, sondern sind selber im OP-Saal und schauen live zu. Für Fächer, wo es Fingerfertigkeit braucht, wie Chirurgie oder Zahnmedizin, ist das von sehr grossem Wert.

Zum anderen, ist der Student patientenorientiert. Anamnese hat bei uns noch immer grossen Wert, die klinische Untersuchung ebenso. Deshalb ist das logische, klinische Denken gefördert. Obwohl auch bei uns die Technologie immer mehr Oberhand gewinnt und auch bei uns das amerikanische Modell sich beginnt auszubreiten, d.h. zuerst kommt der Patient „durch die Röhre“ und dann vielleicht am dritten Tag kommt auch jemand und fragt ihn nach seiner Gesundheit und fühlt ihm den Puls. Obwohl dieses Modell also immer mehr um sich greift, ist das alte Modell des Arztes noch nicht durch den Gesundheits­manager ersetzt worden, der vor allem seine teuren Geräte rentabilisieren muss. Als ich 1990 in Erlangen ein DAAD-Forschungsstipen- dium hatte, war ich erstaunt, wieso Homeopathen und Psychologen einen so grossen Zulauf hatten. Sämtlich psychosomatische Erkrankungen (und nicht nur) fielen durch das Technologie­raster. Dazu kommt die fehlende Empathie zwischen Arzt und Patient, die vor allem in solchen Fällen beim ameri-kanischen Modell gänzlich fehlt. Das ist, Gott sei Dank, bei uns noch nicht der Fall. Dazu kommt, dass die Kosten in unserem Fall bedeutend geringer sind: Wenn ein Patient z.B. 10 kg abgenommen hat, denkt eine Arzt sofort auch an Krebs, wenn er dann die Leber abtastet und diese ver- grössert, hart und unregelmässig ist, denkt er an Leberkrebs oder –meta­stasen. Eine US-Untersuchung sichert die Diagnose und eine Feinnadel-biopsie bestätigt das Hepatokarzinom. Im Westen würde derselbe Patient noch n CT-, MR- und PET-Untersuchungen über sich ergehen lassen müssen, mit einem bedeutend höheren Kostenauf- wand, aber demselben Ergebnis. Ich hatte einen Patienten mit einem Dickdarmkarzinom, das kolonoskopisch, bioptisch und CT-isch diagnostiziert war. Der Patient, mit doppelter Staatsbürgerschaft, wollte sich in Heidelberg behandeln lassen. Obwohl unser Entlassungsschein ins Deutsche übersetzt war und die CT-Bilder auf CD gebrannt, was glauben Sie, wieviele CT‘s hat der Patient in Heidelberg insgesamt noch machen müssen? Acht(8)!! – mit der entsprechenden Strahlenbelastung und ent- sprechendem Kostenauf wand. Wir, die alte Schule, versuchen sicherlich die Technologie zu nutzen, uns aber nicht von ihr ausnützen zu lassen. Wie lange noch?  Die Apparate lobby funktioniert auch bei uns, so wie hier...

Diese medizinische Ausbildung ist die Erklärung der Tatsache, dass die rumäni­schen Ärzte im Ausland sehr gut angesehen sind, egal ob in Kanada, Neuseeland oder hier. In Deutschland ist der Prozentsatz der rumänischen unter den auslän­dischen Ärzten am grössten. Dieser Ärzteexport ist aber für Rumänien sehr schmerzhaft: Zwölf Jahre bis zum Abitur, sechs Jahre Medizinstudium, meist fünf Jahre Facharztausbildung und der so fertig ausgebildete Facharzt geht dann ins Ausland, wo er das Zehnfache verdient. Das ist ihm auch nicht zu verübeln, aber für den rumänischen Staat ist das ein denkbar schlechtes Geschäft, vor allem weil Tausende weggehen. Dasselbe gilt für Schwestern und Pflegepersonal. Unser Problem ist, dass wir europäische Preise, aber afrikanische Löhne haben. Ich will Ihnen eine anekdotische Begebenheit erzählen: Vor etwa 14 Jahren war ich in San Francisco bei einem Ärztekongress und abends mit den amerikanischen Kollegen essen. Ich war dort der Exot, „from Draculas land“. Wie Sie wissen, sagen die Amerikaner nie, wieviel sie verdienen und fragen auch andere nicht danach. Weil ich aber so exotisch war, fragte einer: „Tja, in Rumänien, ein Arzt in ihrem Fach z.B., mit ihrer Erfahrung (er hat nicht gesagt in ihrem Alter), wieviel verdient er?“  Nun, Sie wissen, in den USA spricht man von Jahreseinkommen oder von Stundenlohn. Wenn einer sagt, er verdient 150.000 Dollars, ist es klar sein Jahreseinkommen und wenn er sagt - 5 Dollars, dann ist es eben Stunden­lohn. Ich antwortete prompt: „500 Dollars“. Er wurde rot, dann blass und sagte dann: „Oh, it‘s very good!“ Er dachte nämlich, es sei mein Stundenlohn, nur zu meinem Pech war es mein Monatseinkommen. Ich habe ihn das glauben lassen und ihm damit den Abend verdorben, er wischte sich nur den Schweiss von der Stirn. Also, da kommt einer aus Rumänien (er wusste gar nicht, wo das liegt!) und verdient mehr als er! Es war Galgenhumor, denn letztendlich ging es ja auf meine Kosten. Dieses Gehaltsgefälle ist der Grund des Ärztexportes aus Rumänien! Bis dieses Gefälle nicht halbwegs schwindet, wird der Ärzteverlust in Rumänien weiter anhalten. Die Ursache ist das kränkelnde Gesundheits - system. Im Folgenden möchte ich über dieses sprechen.

Im Sozialismus war alles staatlich, es gab keine Krankenkasse, der Staat bezahlte über das Gesundheitsministerium alles: Gehälter, Ausrüstungen, Medikamente. Für den Patienten war alles gratis, wie in der DDR, nur – Gesundheit ist sehr teuer, also keine Rede von Gratuität. Dementsprechend war die Versorgung defizitär und gegen Ende des Sozialismus wurde es immer schlimmer. Es gab im Spital z.B. bloss wenige Arten von Antibiotika, Röntgengeräte waren 20-25 Jahre alt usw. Nach dem Umsturz wurde die Lage nicht besser – deshalb die vielen Hilfstransporte Anfang der 90er, auch aus NRW.

Es wurden dann langsam europäische Normen eingeführt, was aber nicht unbedingt zu einem Aufschwung führte. Es durften z.B. keine entsorgten Rönt­gengeräte mit mehr als erlaubter Strahlenbelastung montiert werden, aber das Gerät vor Ort war noch älter als das aus dem Westen gespendete und entspre­chend mit noch höherer Strahlenbelastung.

Ein entscheidender Schritt war 1997 die Einführung der Krankenkasse, die 1945 abgeschafft wurde. Es dauerte etwa ein Jahr, bis diese funktionierte, weil weder Ärzte, noch Juristen oder Wirtschaftsfachleute vorher in diesem Bereich gearbeitet hatten. Dazu kamen Schwierigkeiten vor Ort – es mussten Filialen gebaut oder hergerichtet werden usw. Der entscheidende Fehler war aber, dass diese staatliche Krankenkasse nicht selbstständig war, sondern dem Finanzministerium untergeordnet. D.h. sämtliche Krankenkassen-beiträge kamen ins Staatssäckel und der Finanzminister bestimmte, wieviel davon tatsächlich für Gesundheit verwendet wird. Dies waren nur 30-40% der eingezahlten Gelder, also war das System klar unterfinanziert und konnte so kaum funktionieren. Es war, als hätte man am Auto ein vierkantiges Rad, mit dem man keine Geschwin­digkeit erreichen kann. Seither hatten wir viele Regierungen, aber allen hat es gepasst, jeden Monat Millionen Lei für andere Ausgaben zur Verfügung zu haben, für die sie keinen Finger zu rühren brauchten, so dass sich seit 1997 diesbezüglich nichts geändert hat. Die einzige staatliche Krankenkasse behielt ihr Monopol – keine andere wurde zugelassen. Das ist der Hauptgrund der Unterfinanzierung. Dazu kommen Korruption und Missmanagement auf allen Ebenen. Wenn der Aufsichtsrat einer Kreiskrankenkasse z.B. beschliesst, für den Direktor einen zehn- tausend Euro teuren „Dacia“ als Dienstwagen zu kaufen, dieser aber, entgegen dieses Beschlusses, sich einen sechzigtausend Euro teuren Wagen kauft, ist das sowohl Korruption als auch Missmanagement. Wenn ein Klinikumdirektor beschliesst, einen Korridor durch eine Thermopantür abzu­trennen, wobei die Fläche über der Tür bis zu Decke offen bleibt, ist das sowohl Korruption, als auch Missmanagement.

Gegen Korruption wird in Rumänien in den letzten ein bis zwei Jahren sehr viel getan. Es vergeht keine Woche, dass nicht führende Politiker oder andere öffentliche Personen vor Gericht kommen. Das gilt auch für das Gesundheits­wesen. Ein wichtiger Schritt war in diesem Sinne die Einführung der Gesundheits­karte für jeden Bürger. Damit wird alles im Computer gespeichert und sowohl Ärzte als auch Apotheker können nicht mehr fiktiv abrechnen. Vor einigen Monaten wurden auch die Gehälter im staatlichen Gesundheitswesen um 25% erhöht. Mehr war nicht möglich, aber die Gehälter müssen denen im Westen sich wenigstens annähern, sonst wird der Ärztexport weiter bestehen. Es muss das Geld, das für Gesundheits- wesen existiert, tatsächlich integral im Gesund­heits­wesen verbraucht werden. Ansonsten wird es weiter alle möglichen Eng­pässe geben. Wir hatten in 26 Jahren über 30 Gesundheitsminister. Jeder kam, wenn überhaupt, mit irgendwelchen Reförmchen. Es braucht aber eine grund­­legende Reform des gesamten Systems! Die Voraussetzungen dafür sind gut. Auch wenn der Staatspräsident in Rumänien nicht so viel Macht hat wie in Frankreich oder den USA, aber immerhin mehr als in Deutschland, wird er diese voll ausnutzen. Die Regierung, die wir seit einigen Monaten haben, macht Ernst. Auf die Frage antwortend „Quo vadis Gesundheits- wesen in Rumänien?“, würde ich sagen – endlich in die gute Richtung. Wichtig ist aber auch die Geschwindig­keit, mit der das geschieht.

Auch hier in Deutschland wurde seit den neunziger Jahren das Gesundheits­wesen von den verschiedenen Ministern und Ministerinnen mehr oder weniger reformiert. Fazit ist, dass alle jammern – Patienten, Krankenkassen, Bund und Länder, vor allem aber die Ärztekollegen. Wenn ich nach Deutsch- land komme, habe ich oft den Eindruck, dass aus dem Volk der Dichter und Denker ein Volk der Meckerer und Jammerer geworden ist. Sie haben keinen Grund dazu! Glauben Sie es mir!

Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit.

"Investieren in Rumänien"

 

Referent: Martin Müller, Unternehmer in Sibiu, Firma SOBIS

Vortrag am 11.Juni 2015 in Paderborn

Der Unternehmer Martin Müller hat seit Gründung der SOBIS SRL im Jahre 1999 ein erfolgreiches Unternehmen daraus gemacht. Inzwischen hat er in andere Branchen investiert und beschäftigt heute ca. 300 Mitarbeiter. Zu seinen Erfah­rungen beim erfolgreichen Handeln gehören u.a. flexibel auf Verände­rungen reagieren, Vertrauen ist gut aber Kontrolle ist besser, Abläufe flexibel gestalten, deutsche Maßstäbe vorsichtig anpassen. Er schätzt die Improvisations- und Begeisterungsfähigkeit der Rumänen.

Martin Müller - ein erfolgreicher Unternehmer in Rumänien

Erwartungen der EU an Rumänien
Referent: Elmar Brok, MdEP
Vortrag am 27.3.2015, Rathaus Paderborn

 

Ausstellung
"Rumänien - eine europäische Kulturlandschaft"


4.12.2014 - 19.12.2014
Kreishaus Paderborn

Die Minderheiten im heutigen Rumänien.
Referent: Dr. Meinolf Arens
Vortrag am 25. Juli 2014

 

 

"Rumänien heute - sieben Jahre nach dem EU-Beitritt"

Vortrag am 3.4.2014 in Paderborn
Referent: Ovidiu Gant, Abgeordneter im Rumänischen Parlament für die deutsche Minderheit

"Die  soziale Situation in Rumänien und die Antwort der Evangelischen Kirche AB in Rumänien"


Referent: Dr. Stefan Cosoroaba, Sibiu/ München,

Vortrag am 22.11.2013 in Paderborn

Der Vortrag beschrieb die soziale Situation in Rumänien. Er blieb jedoch nicht nur an der Oberfläche stehen, sondern wandte sich auch der Frage zu, warum Rumänien in sozialen Fragen Schlusslicht in Europa ist. An- schließend thematisierte er die Evangelische – Lutherische Kirche aus Rumänien und deren System der sozial-diakonischen Arbeit als Antwort auf die gesellschaftliche Herausforderung

"Gewinner und Verlierer: Die soziale Lage in Rumänien seit 1989"

Referent: Daniel Ursprung, Zürich,

Vortrag am 13. 9. 2013

Die soziale Lage Rumäniens ließe sich vereinfacht folgendermaßen zusammenfassen: Die verschiedenen, seit 1990 amtierenden Regierungen haben  die Armut gleichmäßig unter der großen Masse der Bevölkerung verteilt. Der Reichtum wurde innerhalb einer kleinen Schicht gut vernetzter Privilegierter, vor allem Personen aus dem Umfeld des einstigen Kommunistischen Machtapparates, aufgeteilt. Die politisch bedingte Ungleich- heit des Sozialismus ist so ökonomisch zementiert worden. Regionale Ungleichheiten haben seit 1990 zugenommen, und zwar auf allen Ebenen: auf der Makroebene zwischen den verschiedenen Regionen des Landes, auf der Mesoebene zwischen Stadt und Land und auf der Mikroebene in Form sozialer Segregation und Entflechtung von Stadtvierteln. Ein völlig neues Phänomen der postsozialistischen Phase ist die massenhafte Aus- wanderung. Emigration funktioniert einerseits als Ventil für soziale Spannungen, schafft andererseits aber auch neue soziale Probleme, indem sie zum Bevölkerungs-rückgang und zur sozialen Entwurzelung beiträgt. Während in den 1980er Jahren im Rahmen der sozialistischen Mangelwirtschaft weniger das fehlende Geld, vielmehr aber fehlende Waren das größte Problem waren, gab es in den 1990er Jahren Waren, aber durch eine allgemeine Verarmung hatten große Bevölkerungsschichten aus Geldmangel nur begrenzten Zugang dazu: von Geld, aber keine Waren kehrte sich die Situation um: es gab nun Waren, aber kein Geld. In den Nullerjahren des 21. Jahrhunderts waren Waren vorhanden, Geld konnte man beschaffen: die Wirtschaft wies ein rekordhohes Wachstum auf – die erste längere Wachstumsphase der Wirtschaft seit den 1970er Jahren – der Konsum wurde durch Kredite, die staatliche Sozialpolitik und Rimessen von temporären oder permanenten Emigranten angekurbelt, bis Rumänien ab 2009 im Kontext der internationalen Finanzkrise in eine Rezession geriet.

Internationales Fest der Begegnung in Paderborn am 30.6.2013

Wie im letzten Jahr war das Interesse an den verschiedenen Kulturen, die in Paderborn ver­treten sind sehr groß. Insbesondere die internationale Küche lockte viele Besucher an die Zelte mit den kulinarischen Köstlichkeiten aus vielen Ländern. Aber auch an den vielen Info­stän­den der verschiedenen Gruppierungen wurde rege diskutiert und informiert. Auch das Wetter spielte mit und verschonte die Beteiligten und Gäste mit Regen.

"Siebenbürgen - eine einmalige Kirchenburgenlandschaft"

Referent: Rainer Lehni, Köln,

Vortrag am 19.4.2013

Rainer Lehni
Kirchenburg Frauendorf (weitere Kirchenburgen unter Kultur)

Dracula lebt?! - Von einem Volksglauben aus Südosteuropa und seiner Karriere im Rest der Welt

Referent: Dr. Peter Mario Kreuter, Institut für Ost- und Südosteuropaforschung, Regenburg, Vortrag am 1.3.2013

 

Unter einem Vampir, der ein gesamtbalkanisches Phänomen ist, wird ein wieder-kehrender Toter verstanden, der sein Grab verlässt, um Lebende zu schädigen oder sogar zu töten, das Vieh zu ruinieren oder Schaden zu verursachen. In seinem Äußeren entspricht ein Vampir dem jeweiligen Verstorbenen – der Leichnam ist stets in gutem Zustand. Es gibt eine Fülle von Merkmalen für den Vampir, die aber je nach Region oder sogar Dorf differieren können. Besonders interessant ist die Überzeugung, dass ein Vampir keinen Schatten und kein Spiegelbild habe, obwohl er einen Körper besitzt. Er verlässt sein Grab weitgehend nach freiem Willen, doch meidet er gewisse Zeiten, meist bestimmte Festtage sowie den Samstag. Vampire sind nur selten lichtscheu, und vor allem in Rumänien glaubt man, dass ein Vampir am Tage sehr wohl existieren könne.

Viele der aus Literatur und Kino bekannten Abwehrmaßnahmen lassen sich auch im Volksglauben wiederfinden – mit Knoblauch werden die Särge verdächtiger Toter oder Fensterritzen und Türschlösser von Häusern eingerieben, ein Pflock ins Herz vernichtet den Vampir ebenso wie die Verbrennung des Leichnams, und um den Zähltick sowie die leichte Blödigkeit des Untoten auszunutzen, streut man Mohnkörner oder Sonnenblumenkerne in den Sarg, auf dass sich der Vampir ans Zählen mache und dabei immer wieder verzähle.

So exotisch dieser Volksglauben auch wirken mag – letztlich ist der Vampir nichts anderes als die balkanische Spielart des Wiedergängers. Furcht vor dem Toten und die Angst vor seiner Wiederkehr kennt man auch in Mittel- und Westeuropa. Gerade in Deutschland weit verbreitet war der Nachzehrer, ein Toter, der zwar sein Grab nicht verlässt, aber bis zu seiner endgültigen Verwesung durch sympa-thetische Kräfte Familie und Freunde sterben lässt.

Ein konkretes Vorbild für seinen Vampirgrafen hatte Bram Stoker übrigens nicht, als er an seinem Roman „Dracula“ arbeitete. Die immer wieder kolportierte Behauptung, der walachische Fürst Vlad III. Drăculea (1431-1477) habe ihn inspiriert, stimmt nur höchst eingeschränkt. Der Beiname hatte es ihm angetan; vom Leben Vlads III. selber wusste Stoker so gut wie nichts.

"Das Eigenverständnis und die Rolle der Siebenbürger Sachsen, gestern - heute - morgen!"

 

Referent: Dr. Bernd Fabritius, Bundesvorsitzender des Verbandes der Siebenbürger Sachsen, Vortrag am 12.10.2012

Dr. Bernd Fabritius
Dr. Lobin; Dr. Fabritius, Konsul Nita

Den Text seines Vortrags finden Sie unter Kultur.

Rumänien - ein schönes und interessantes Land
Referent: Dr. G. Boecken
Vortrag am 19.10.2012

 

 

"Das Banat - Eine Reise durch Europa"

 

Ausstellung vom 2.10. bis 19.10.2012 im Kreishaus Paderborn

 

 

Internationales Fest der Begegnung in Paderborn am 1.7.2012

Das Internationlae Fest der Begegnung lockte in diesem Jahr wieder zahlreiche Besucher in den Neuhauser Schlossgarten. Über 5000 sollen es gewesen sein, die bei überwiegend schönem Wetter die zahlreichen Stände, der in Paderborn lebenden Mitbürger mit ausländischen Wurzeln besuchten und  die typischen Gerichte ihrer Heimatländer probierten oder sich an Ständen deutsch-ausländischer Gesellschaften informierten oder sich an den zahlreichen Aufführungen begeisterten.

Die DTRG beteiligte sich zum ersten Mal und war erfreut über das große Interesse an Rumänien:

"Die Bedeutung der Hohenzollern für die Europäisierung Rumäniens." Referentin: Dr. E. Binder- Iijima.

Vortrag am 22. Juni 2012 in Paderborn

Die vom Fürstenhaus Hohenzollern-Sigmaringen begründete rumänische Monarchie prägte fast ein Jahrhundert (1866-1947) lang die rumänische Geschichte entscheidend mit. Sie war institutioneller Ausdruck und Symbol zugleich für den von der rumänischen Elite initiierten Paradigmenwechsel einer Ablösung östlich-orientalischer Kultur- und Politikbindung hin zu einer Europäisierung westlichen Zuschnitts. Besonders das erste Königspaar Karl und Elisabeth von Rumänien legte dafür die Grundlagen, indem es politische Stabilität ermöglichte und als Katalysator für Modernisierung und kulturelle Vermittlung fungierte. Während bis zum Ersten Weltkrieg die rumänische Monarchie einen anerkannten und respektierten Faktor in der europäischen Politik bildete, geriet sie vor allem nach der kommunistischen Machtübernahme in Vergessenheit. Erst in jüngster Zeit ist sie wieder Gegenstand der Forschung geworden, die ihre Bedeutung für die rumänische Geschichte in bestimmten Bereichen untersucht, während in Rumänien selbst die Aufarbeitung über die Rolle der Monarchie oft von tagespolitischen Diskussionen überlagert wird.

"Siebenbürger Trachten im Wandel“
Referentin: Dr. I. Sedler.
Vortrag am 20. April 2012.

Mit Siebenbürgen bezeichnet man eine historische Region im Karpatenbogen, die seit 1918 zu Rumänien gehört und vormals den äußeren östlichen Rand der ehemaligen Donaumonarchie markierte. Staatlich-politische Wechsel im Laufe der Jahrhunderte haben seine Geschichte und Kultur ebenso geprägt wie die Lebensäußerungen seiner sprachlich wie religiös unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen. Das von der Tradition geregelte Mit- und Nebeneinander von Rumänen, Ungarn, Siebenbürger Sachsen, Szeklern, Roma, Landlern, Sathmarer Schwaben, Zipser Deutschen und Ukrainern haben diese faszinierende Landschaft kulturell geprägt. Unter diesen Umständen des gegenseitigen kulturellen Austausches bei Bewahrung der jeweiligen kulturellen Identität haben die Lebensäußerungen der Bewohner Siebenbürgens hier vielfach auch symbolische Konotationen. Kleidung ist nicht einfach Kleidung, Häuserschmuck nicht einfach nur gelebte Architekturästhetik. Überall schwingt der Zeichencharakter des jeweils Eigenen, Unverwechselbaren mit: dort wo ein Kreuzzeichen den Hausgiebel ziert wohnt eine rumänische Familie, fromme Sprüche und Monogramme der Erbauer zeugen vom bald 900jährigen Dasein der Siebenbürger Sachsen im Lande.

"Ethnische Minderheiten in Rumänien zwanzig Jahre nach der Wende"
Referent: Dr. Meinolf Arens.
 Vortrag am 3.Februar 2012.

Dr. Arens, GH. Kuhnigk

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